Da wir nun in Kalifornien sind und Anaheim nur müde 70 Meilen von Carlsbad entfernt ist, haben wir natürlich die Gelegenheit genutzt und sind in die Mutter aller Vergnügungsparks gefahren: Disneyland.
Ich habe mir damit selber einen schon sehr, sehr lange gehegten Traum erfüllt, denn in Jugendjahren war Disneyland für mich der Inbegriff des Paradieses für Kinder und ein sehr, sehr ferner Traum.
Christoph wollte erst nicht, da er vermutete, dies sei wieder mal eine Wüste, in der er lange Fussmärsche machen müsste und er ist der festen Meinung, in diesem Bereich seine Quote für diesen Urlaub bereits erfüllt zu haben.
Erst als wir erwähnten, das dies etwa so wie Legoland sei, war er Feuer und Flamme für das Unterfangen und so rollte das Schiff am Vormittag Richtung Norden.
Disneyland war eine ganz besondere Erfahrung. Ich bin – als alter Rollercoaster-Fan – ja einiges an Vergnügungsparks gewöhnt, aber dieser Park zeigt allen anderen, was eine Harke ist und nichts, was ich in Deutschland bisher gesehen habe, kann damit konkurrieren.
Die komplette Organisation ist zu 100% professionell, freundlich, konzentriert und vor allem darauf gedrillt, dem Kunden durch nichts daran zu hindern, sein Geld loszuwerden. Sobald man die Abzweigung zum Theme Park genommen hat, kann man eigentlich nichts mehr falsch machen und wird auf Händen bis zur Kasse getragen, um $69 für Erwachsene und $59 für Kinder zu bezahlen.

Der Park selber ist in verschiedene „Länder“ geteilt, die man mit dem Zug erreichen kann. Das Spektrum der Attraktionen ist dabei weit: Von einem Pferdekarussell im Fantasyland, über die Jedi-Show im Tomorrow-Land hin zu der gnadenlosen Fahrt im Indiana-Jones-Ride im Adventure-Land. Und kaum einem Ride sieht man von aussen an, was in ihnen steckt. Gleich unser erster Trip führte uns in „It’s a Small World“:

Von aussen war der völlig unspektakulär und brunzlangweilig. Wir gingen nur rein, weil Charlotte darauf drängte. Als es dann losging, fuhren unser Boot durch eine von aussen unsichtbare Halle und die Fahrt wollte kein Ende nehmen – wir wurden dann mit allen Sinnen betört und durchgenudelt; es gibt sogar einen Wikipedia-Artikel dazu (http://en.wikipedia.org/wiki/It%27s_a_Small_World).
Am spektakulärsten war der Effekt „Mehr sein als scheinen“ bei „Indiana Jones Adventure: Temple of the Forbidden Eye“. Von aussen sah man nur den Eingang eines Tempels und kaum ging man hinein, durchlief man ein wahres Labyrinth von Gängen in Indiana-Jones-Deco, bis man zum Einsteigepunkt kam (übrigens auch ein toller Weg, die Warteschlangen zu kaschieren).
Von dort fuhr dann unter der Erde in einer rasenden Tour-de-Force durch unterschiedliche Elemente aus den Filmen. Der Wagen, einem Geländewagen nach empfunden, karriolte dabei wie wild in der Gegend herum.
Hier, wie auch in anderen Rides, gab es auch Augenblicke absoluter Dunkelheit, in der das Gefährt zur Begeisterung der Passagiere die wildesten Bewegungen vollführte. Achterbahnfahren im Dunkeln ist übrigens eine besonders coole Erfahrung.

Christoph hatte aus unerfindlichen Gründen keine Lust, sich mit Goofy fotografieren zu lassen. Aber den nächsten Ehrengast lies er sich nicht entgehen:

Natürlich haben wir auch ein Foto mit Mickey Mouse machen lassen. Der Weg dazu führte durch Mickeys Haus und natürlich gibt es auch ein Bild, in dem Christoph den Infogate-Zettel hochhält. Frank, es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an dich denken!

Bis der Park schloss (um 20:00!) haben wir fast alle wesentlichen Attraktionen ausprobiert: Rettet Nemo (in einem Untersee-Boot, siehe Foto), Matterhorn Sled, Splash Mountain, Pirateninsel, Winnie the Pooh und einiges mehr. Charlotte erwies sich erstaunlicherweise als besonders wild auf Achterbahnen.

Selbst das Haunted House mit seinen fantastischen Geistereffekten und Hologrammen konnte die Kinder nicht wirklich aus der Fassung bringen.
Auf der Fahrt zurück schliefen beide wie die Steine. Morgen geht es in den Torrey Pines State Park.